
Der Chaco - Extrem
!!!
Eine Fahrt bis Fuerte Olimpio und Bahia Negra
Diese Reise empfehlen wir nur denjenigen Personen, die Paraguay
wirklich auf eine harte Art und Weise kennen lernen möchten.
*Reiseablauf*
Tag 1:
Ankunft in Asunción, Check-in im Hotel Westfalenhaus
Relaxen und Abendessen im Restaurant Piroschka
Tag 2:
Stadtrundfahrt Asunción und am Abend Besuch der Folklore-Show
in Asunción
Tag 3:
Früh am Morgen Abfahrt vom Hotel Westfalenhaus nach Concepción,
dort Verladung der Fahrzeuge auf einen Frachtkahn.
3 Tages-Tour unter einfachen Bedingungen auf dem Wasser.
Tag 6 - Tag 13:
Im Puerto Carmelo Peralta angekommen, Weiterfahrt mit Allradfahrzeugen auf
Erdstraßen
(die Erdstraßen würde man in Europa gerade noch als Feldwege bezeichnen).
Ankunft in Fuerte Olimpo, Weiterfahrt nach Bahia Negra (paraguayisches Pantanal)
und von dort aus über Imakatá und Campo Maria wieder zurück zum Asphalt.
Dauer dieser Chaco-Extrem Reise ca. 10 Tage.
Hier erleben Sie extreme Verhältnisse, die man vor Reiseantritt nicht
vorhersagen kann.
Unter Umständen werden auf dem Schiff ca. 4 Übernachtungen erfolgen, wo je nach
Witterung wegen der Kälte im Auto bei laufendem Motor geschlafen werden muss.
Tag 14:
Erholung im Hotel Westfalenhaus
Tag steht zur freien Verfügung
Tag 15:
Transfer zum Flughafen, Rückflug
Alternativ können andere Reisen im Anschluss sowie Verlängerungstage im
Hotel Westfalenhaus gebucht werden.
Lesen Sie hier einen Reisebericht, der im Groben darstellt, was Sie erwartet:
Auf dieser Reise
unterstützen Sie ein paraguayisches Filmteam, das über den Chaco
( Extremreise) einen Film dreht. Als Dankeschön für Ihre Mithilfe erhalten Sie
nach Fertigstellung des 45 Minuten-Films eine DVD.
Am Montag, den 9. Juli, ging es wie gewohnt um 4:00 Uhr bei heftigem Gewitter
auf die Reise, Montag deshalb, weil unser "Schiff" an diesem Tag um 11:00 Uhr
den Hafen von Conepción in Richtung Fuerte Olimpo verlässt. Gegen 9:30 Uhr kamen
wir an, der Regen hatte mittlerweile aufgehört, aber es war dafür kalt geworden.
Unser Weg ging direkt zum Hafen, "unser Schiff" die Lancha Guaraní, war schon
ziemlich beladen, an der Seite festgezurrt war noch eine Schute ohne Motor, die
von der Guarani geschoben wurde. Wir waren sehr erschrocken, als wir das Schiff
schon so beladen vorfanden, wo war da noch Platz für unsere Autos? Ständig kamen
noch kleine LKWs und Pferdekarren mit den unmöglichsten Frachten an. Die
Arbeiter rannten wie chinesische Kulis die Planken hoch, die als Laderampen zum
Ufer gelegt waren. Lebensmittel, Obst, Propangasflaschen, Milch, Draht, Zement,
Motorräder, ein kleiner LKW und vieles mehr, wurden oder war schon verladen. Für
unsere Autos blieb nur noch auf der Schute Platz.
Mit gut einer Stunde Verspätung wurden die Leinen
los gemacht und das Abenteuer begann. Wir erkundeten "unser Schiff", dazu
mussten wir erst einmal eine Klettertour hinter uns bringen. Von der Schute auf
den Frachtkahn und dann über 2 Planken halb außenbords um den geladenen LKW,
weiter ging's in Richtung der Aufbauten mit der "Küche, Essplatz, Toilette und
Dusche". Der Weg dahin war auch wieder mit den unmöglichsten Ladegütern voll
gestopft. Die Küche bestand aus einem winzigen Verschlag mit einem allerdings
super sauberen Gasherd, die Toilette war ebenfalls wie die Dusche ein etwa
zweieinhalb qm. großer Verschlag, mit Porzellanbecken und einem Loch im Boden!
Die Gerüche darin kann sich sicher jeder vorstellen, lag doch der halb offene
Maschinenraum mit den Dieseldüften gleich daneben. Es gab auch einige Bänke in
dem Fracht- Aufenthalts- Speise- und Laderaum, sie waren von anderen Reisenden (Einheimischen)
mit ihrem Gepäck belegt und in freien Zwischenräumen waren Hängematten gespannt.
Wir kamen aus dem Staunen nicht heraus, stellten aber schnell fest, dass wir
lieber in unseren Autos auf Deck schlafen wollten. Da das Wetter ziemlich
bewölkt war (es nieselte oft), machten wir soviel wie möglich Aufnahmen und
kletterten beim dunkel werden in unsere Schlafsäcke und schliefen bei laufendem
Motor (wegen der Kälte), so gut es ging zu dritt im Auto. Das Schiff fuhr auch
die Nächte durch, aber da ja die Schute zum Schieben war, ging es doch sehr
langsam vorwärts. Am nächsten Tag war das Wetter leider auch nicht besser,
schlotternd vor Kälte kletterten wir wieder auf unseren Kahn, um zu frühstücken.
Es gab heißen Kaffee aus einer Blechtasse und dazu knallharte, kleine, trockene
Brötchen, die man im Kaffee aufweichen musste. Vorher konnte man an einem
kleinen Waschbecken wenigstens die Zähne putzen, allerdings umgeben von anderen
Passagieren. Dann ging es zurück auf unsere Schute.

Den Tag verbrachten wir wieder mit Aufnahmen, das
Schiff legte in vielen kleinen "Häfen" an, immer schon von vielen Leuten
erwartet, und es erstaunte uns jedes Mal, was da alles ausgeladen wurde. Mit der
Zeit begriffen wir endlich, dass fast alles Lebenswichtige in den oberen Chaco
per Schiff gebracht werden muss. Daher ist natürlich auch alles wesentlich
teuerer. Der Liter Diesel z. B. kostete in kleinen Tante Emma Läden (es gibt
dort keine Tankstellen) in Fuerte Olimpo, Bahia Negra und Toro Pampa, 8.000
Guaraní (etwa 1 Euro 20 Cents) zum Vergleich, hier bei uns kostet er 4.500
Guaraní. Was uns noch aufgefallen ist, die Leute, einschließlich der Besatzung,
waren sehr freundlich und hilfsbereit, je tiefer man in den Chaco eindringt, um
so freundlicher sind sie. Das liegt teilweise aber auch daran, dass sie manchmal
wochenlang keine neuen Gesichter zu sehen bekommen. Es gäbe alleine über die
Schiff-Fahrt einen seitenlangen Bericht zu schreiben, aber das würde hier zu
viel Platz einnehmen. Nur noch ganz kurz, in Vallemi, dem Sitz des staatlichen
Zementwerkes, mussten wir für einen Tag unsere Autos abladen, die Schute blieb
dort und wurde auf der Rückfahrt, beladen mit Steinen, wieder mit genommen.
Diese Zwangspause nutzten wir, um den Ort und um das Zementwerk zu besichtigen.
Im dortigen Hafen herrschte viel Betrieb, fast die ganzen Ladegüter wurden von
Eselskarren (dreispännig) gebracht oder geholt. Am späten Nachmittag wurden wir
wieder aufgeladen, diesmal auf das Schiff selbst. In der letzten Nacht wurde ein
LKW abgeladen, in einer stockfinsteren Gegend. Dabei kam es zu einer Panne, der
Fahrer bekam offensichtlich Angst, als er im Schein einiger Taschenlampen auf
zwei Bohlen das Boot verlassen sollte und lenkte verkehrt. Dadurch fiel er mit
den Vorderrädern von den Bohlen und krachte mit der Achse auf sie. Es war
erstaunlich, wie schnell die Leute am Ufer eine große Seilwinde auftrieben (es
war immerhin Mitternacht), damit zogen sie den LKW auf die Bretter und er konnte
ans Ufer gebracht werden. Zwei Stunden später war es dann bei uns so weit, beide
Autos wurden nun auch abgeladen trotz Dunkelheit. Danach fuhren wir sofort
weiter in Richtung Fuerte Olimpo.
Die ersten 65 km waren sehr gewöhnungsbedürftig, Schlagloch reihte sich an
Schlagloch, andere Fahrzeuge oder gar Häuser waren nicht zu sehen. Man konnte
glauben, wir wären die Einzigen auf der Welt, ab und zu huschte ein Fuchs oder
ein Gürteltier über die Straße und die einzigen Geräusche wurden von unseren
Autos verursacht. Für die kurze Strecke von 65 km brauchten wir fast 3 Stunden.
Dann ging es auf einer etwas besseren Erdstraße weiter nach Toro Pampa, einen "Rasthof",
wo wir beim ersten Tageslicht ankamen. Der Rasthof bestand aus einigen
Blockhütten mit gestampftem Lehmboden, in einer Ecke brannte am Boden ein
offenes Feuer, wo man sich aufwärmen konnte. Aber es gab heißen Kaffee und
wieder die kleinen steinharten Brötchen und aus der Dose eine Art Streichwurst.
Wir wurden begrüßt wie alte Bekannte, bekamen auch viele gute und nützliche
Ratschläge mit auf unseren weiteren Weg. Wir setzten die Fahrt in Richtung
Fuerte Olimpo fort, sahen dabei sehr viele Malibus (große Wasservögel) und eine
herrliche Landschaft mit vielen Weihern, umgeben von Palmen, die teilweise von
Kletterpflanzen zugewachsen waren (paraguayisches Pantanal). In der Stadt
filmten wir die alte, sehenswerte Basilika, die Reste der Festung aus der
Spanierzeit, die dem Ort den Namen gibt, sowie den Rio Paraguay mit dem Hafen.
Direkt am Fluss fanden wir ein rustikales Hotel, aus Holz auf Stelzen gebaut.
Der Hotelbesitzer, gleichzeitig Tourismussekretär der Gemeinde, begleitete uns
am Nachmittag zu den Chamacoco-Indianern und stellte uns den Kontakt zu ihrem
Chamanen (Medizinmann) her, der für kleines Geld eine Vorführung seiner Arbeit
gab, die wir natürlich aufnahmen. Am nächsten Morgen ging es wieder zurück bis
Toro Pampa und dann weiter nach Bahia Negra. Das war selbst für uns
Chacogewohnte ein furchtbarer Weg, wir schafften gerade einen Schnitt von knapp
30 km/h. Schwärme von kleinen Papageien begleiteten uns streckenweise, außerdem
sahen wir eine Anakonda (Würgeschlange), etwa 6 -7 Meter lang, und unzählige
Geier. Von Bahia Negra gibt es nicht viel zu erzählen, ein Nest am Ende der Welt.
Nachdem wir stundenlang im Ort herum gefahren sind,
auf der Suche nach einem Abendessen, boten Einheimische an, uns etwas zu kochen!
Eine private Familie hatte Mitleid und bereitete ein vorzügliches Abendessen zu.
Wieder in einem auf Pfählen stehenden Holzhaus (Hotel) verbrachten wir die Nacht.
In der Frühe war die Enttäuschung groß, da bereits um 21:00 der Generator
abgestellt wurde, waren unsere ganzen Akkus leer. Gott sei Dank hatte mir ein
Freund ein großes direkt an der Autobatterie anschließbares Ladegerät geliehen
und so konnten wir alle Akkus im Auto nach und nach aufladen. Von Bahia Negra
aus ging es wieder zurück nach Toro Pampa, die Besitzer des "Rasthofes"
schliefen bereits als wir ankamen, denn es war ja schon dunkel (19:00). Aber
schnell warfen sie den Generator an und bereiteten uns etwas zum Essen. In
dieser Nacht mussten wir einmal mehr im Auto schlafen, denn ein Hotel oder eine
Pension waren stundenweit entfernt. Früh ging es weiter zur Estancia Imakatá,
eine Ranch mit 15.000 ha, auch dort wurden wir sehr freundlich empfangen. Hier
filmten wir, wie die Cowboys sich aus einer Herde von 90 Pferden und Maultieren
ihren Reituntersatz für die nächste Woche heraus suchten (pro Woche pro Mann 3
Pferde). Wir filmten auch noch die riesengroße Lagune, hatten aber das Pech,
dass wegen dem kalten Südwind keine Krokodile am Ufer lagen und sich sonnten.
Anschließend ging es weiter zurück nach Loma Plata, halbwegs wieder in die
Zivilisation. Dort verbrachten wir eine Nacht in dem sehr schönen Hotel Mora und
dann besuchten wir einmal mehr die Estancia Campo Maria (9.000 ha). Obwohl wir
unangemeldet dort erschienen und das zu einem denkbar schlechten Moment, es
wurden Rinder zusammen getrieben für die am nächsten Tag erforderlichen
Impfungen, nahm sich der Verwalter, unser Freund Albert die Zeit und fuhr uns in
seiner Mittagspause an die Salzseen und setzte uns dort ab. Hier hatten wir das
Glück und konnten Hunderte rosa Flamingos sehen und filmen. Am späten Nachmittag
holte er uns wieder ab und wir fuhren gleich weiter in Richtung Heimat. Spät in
der Nacht kamen wir wieder in Asunción an, total geschafft, aber begeistert und
auch stolz,
solch eine Tour gemeistert zu haben.
INBEGRIFFEN: Fahrt, Übernachtung im Westfalenhaus
und Verpflegung, Dauer: ca. 15 Tage
(Kann sich um 2 - 3 Tage verschieben, da man teilweise bei schlechter Witterung
diverse Routen nicht fahren kann und fest sitzt oder Ausweichrouten nehmen muss.)
Kosten der Fahrt pro Person
auf Anfrage
Buchungsnr. PY 333: Chaco Extrem
Bitte im Buchungsformular
oder bei Anfragen unbedingt angeben!!!

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