DEUTSCH ESPANOL ENGLISH RUSSIA NETHERLAND TAIWAN

Das Geheimnis des “Ojo del Mar”

Erdstraßen, Sandpisten und unwegsames Gelände – vor allem der Norden Paraguays ist noch nicht angekommen im 21. Jahrhundert. Nichtsdestotrotz hat auch er einiges Sehenswertes zu bieten! Erleben Sie das verschlafene Concepción, angeln Sie Piranhas auf dem Río Paraguay, gehen Sie in den Bergen von Amambay auf die Suche nach uralten Höhlenmalereien, die bis heute noch niemand entschlüsseln konnte, und versuchen Sie eines der letzen großen Geheimnisse Paraguays zu lüften: Gibt es tatsächlich ein Ungeheuer oder eine übernatürliche Kraft im „Ojo del Mar“, einem mitten im Urwald gelegenen Kratersee, der selbst der Wissenschaft Rätsel aufgibt?

Tag 1 – Concepcion

Die Fahrtzeit für die 465 km bis Concepción beträgt ungefähr 6 ½ Stunden. Nur, muss man fast sagen, denn bis 1995 gab es hierher keine asphaltierte Straße. Mehr als 220 Jahre war die einzige direkte Verbindung – Concepción wurde bereits 1773 gegründet – der Schiffsweg über den Río Paraguay.  Überhaupt wirkt alles ziemlich ländlich in der etwas verschlafenen Kleinstadt. So fallen einem auch sofort die vielen Pferdekutschen auf, die durch die Straßen fahren. In der Innenstadt, entlang der Hauptstraße /Avenida Pinedo/, hat sich über die Jahre hinweg eine Art „historisches Freilichtmuseum“

entwickelt. Auf- und ausgestellt sind hier z.B. eine fast 100 Jahre alte Dampflok, eine seltene „Alzaprima“, ein von Ochsen gezogenes Gefährt mit 2,20 m hohen Rädern, das man früher für den Transport von schweren Baumstämmen genutzt hat, uralte Autos und Verladekräne. Wir beginnen unseren Streifzug durch Concepción jedoch bei der Maria Statue, die wie eine riesige Schutzpatronin über die Stadt ragt. Wir besuchen das Museum und steigen den Glockenturm der Kathedrale hinauf, von dem aus man einen wunderbaren Ausblick hat. Letzte Station ist der Hafen. Obwohl klein und überschaubar, macht er allein Concepción zu einer bedeutenden Handelsstadt. Jeden Abend kommen hierher die zahlreichen kleinen Fischerboote zurück, die tagsüber auf dem Río Paraguay auf Beutezug sind. Jeden Abend spiegelt sich hier der Himmel im Fluss, und jeden Abend taucht die untergehende Sonne alles in ein dunkelrotes Licht. Anschließend geht es zur ersten Unterkunft, einer für die Region typischen „Granja“, sprich Farm. Die Unterkunft ist ländlich und daher eher „rustikal“. Alternativ ist die Übernachtung in einem Hotel in Concepción möglich.

Tag 2 – Piranhas angeln auf dem Río Paraguay

Nach dem Frühstück brechen wir auf in Richtung Ab- und Anlegestelle am Río Paraguay. Den ganzen Tag geht es mit dem Boot hinaus auf den Fluss. Der Río Paraguay ist hier sehr fischreich, und mit seinen vielen Seitenarmen wichtige Nahrungsquelle für die Einheimischen Fischer. Wir aber machen uns auf die Suche nach den gefürchteten Piranhas, die zwar, so weit ist das richtig, selbst große Tiere innerhalb von Sekunden skeletieren können, meist jedoch zu Unrecht als „Killer“ bezeichnet werden. Oft sind sie gar nicht so

angriffslustig, wie man sie gerne dargestellt. Die Belohnung folgt am Abend: Wie die in der Region lebenden Menschen werden wir unsere „Beute“ am Abend am Lagerfeuer grillen.

Tag 3 – Cerro Memby und Bella Vista del Norte

Die Region Amambay ist sicherlich eine der schönsten Paraguays. Beeindruckende rote Felsformationen und hohe bewaldete Hügel, die bereits von weitem zu sehen sind, prägen das Landschaftsbild. Vereinzelte Ausläufer der Bergkette reichen bis weit ins Landesinnere hinein. Eine der interessantesten Felsformationen ist der /Cerro Memby/, der vom Aussehen her ein wenig an Ayers Rock in Australien erinnert. Auch wenn man nicht bis zur Spitze hinaufklettern kann, bis zum höchsten Punkt zwischen den zwei großen Felsen kommt man.

Also, gehen wir hoch. Oben angekommen, fasziniert vor allem die herrliche Aussicht. Nach einem kleinen Picknick geht es an den Abstieg und weiter in Richtung Bella Vista del Norte an der brasilianischen Grenze. Allein die Fahrt dorthin hat es in sich! 75 km Sandpiste, die je nach Wetter und Zustand der Straße bis zu drei Stunden dauern kann. Doch bei untergehender Sonne oder gar im Dunkeln ist selbst das ein Erlebnis. Nach Ankunft in dem kleinen Ort Bella Vista del Norte gibt es Abendessen.

Tag 4 – Ojo del Mar

Mehr als 2 ½ Millionen Jahre alt, vermutlich vulkanischen Ursprungs und mitten im Urwald gelegen. Allein die Anreise zum /Ojo del Mar/ stellt ein kleines Abenteuer dar: 55 km Sandpiste und Urwaldstrecke gilt es zu überbrücken – ohne Vierradantrieb fast unmöglich. Doch hat man es erst einmal geschafft, fühlt man sich wie magisch angezogen vom grün schimmernden Wasser. Absolut still liegt der Kratersee da und schlägt einen sofort in seinen Bann. Wie tief der See ist, weiß niemand, ob es unterirdische Zu- und Abflüsse gibt, ebenso

 wenig. Das /Ojo del Mar/ gibt der Wissenschaft Rätsel auf. Und in den Geschichten, die sich die in der Nähe des Kraters lebenden Ureinwohner erzählen, heißt es, dass im See ein Ungeheuer lebt, dass irgendetwas die Boote, mit denen ihre Vorfahren hinausgefahren sind, immer wieder in die Tiefe gesogen hat, und dass dieses Irgendetwas auch heute noch lebt. Ob das stimmt, können Sie versuchen, selbst herauszufinden. Trauen Sie sich – und springen Sie ins Wasser! Ob es wirklich ein Seeungeheuer oder eine übernatürliche Kraft gibt? Wer weiß das schon. Sicher ist nur, dass der Ort tatsächlich über eine magische Anziehungskraft verfügt. Nach dem Bad im /Ojo del Mar/ und einem kleinen Picknick am Uferrand des Sees, geht es zunächst zurück nach Bella Vista del Norte. Von dort aus fahren wir weiter bis nach Pedro Juan Caballero an der Grenze zu Brasilien im Nordosten. Abendessen gib es in Ponta Porã, der brasilianischen Nachbarstadt.

Tag 5 – Cerro Corá Nationalpark

Am letzten Tag unserer Reise besuchen wir den Cerro Corá Nationalpark. Hier ging der für Paraguay so verheerende und verlustreiche Triple-Allianz-Krieg im Jahr 1870 endgültig verloren. In der letzten großen Schlacht des Krieges fielen in den Bergen von Amambay Diktator und Kriegsherr Francisco Solano López und sein 16-jähriger Sohn Panchito López, seines Zeichen General der übrig gebliebenen paraguayischen Truppen. Die letzten noch leben Soldaten, meist Kinder und Greise, wurden aufgerieben und vernichtend geschlagen. Im Nationalpark stehen heute in Gedenken

an die Schrecken von damals ein. Monument, und in einer Art Heldengalerie die Büsten derjenigen, die heute als Kriegshelden von einst gefeiert werden. Ein kleiner Wanderweg führt hinauf zum /Cerro Muralla/, dem hochgelegenen, natürlichen Aussichtpunkt des Parks. Nicht weniger geschichtsträchtig sind die Höhlen, die man in der Region von Amambay gefunden hat! In ihnen wurden alte Felsmalereien und Steininschriften entdeckt, die bis heute noch immer unentschlüsselt sind. Was haben die Zeichnungen zu bedeuten? Von wem stammen Sie? Die Wissenschaft ist ratlos. Vielfach wird spekuliert, dass es sich bei den teils noch sehr primitiv wirkenden Inschriften gar nicht um Spuren indianischer Ureinwohner – der Guaraní – handelt, sondern um die von vor langer Zeit in Südamerika „gestrandeten“ Wikinger. Das jedoch wäre in der Tat eine kleine Sensation, denn es würde bedeuten, man müsste die Geschichtsbücher umschreiben, denn dann war Kolumbus nicht der Erste, der Südamerika entdeckt hat! Um herauszufinden, ob die Wikingertheorie stimmt, bedarf es noch einiges an Zeit und weiterer Forschung. Sie können sich aber schon heute selbst ein Bild vor Ort machen. Nach der Besichtigung der Höhlen geht es am Nachmittag zurück nach Asunción. Ankunft gegen späten Abend.
Hinweis: In Bella Vista del Norte ist eine Übernachtung lediglich in sehr einfach ausgestatteten Pensionen möglich. Alternativen gibt es in der abgelegenen Grenzstadt leider nicht. Die Anfahrt von Asunción nach Concepción kann alternativ auch mit dem Schiff über den Río Paraguay erfolgen, Details hierzu auf Nachfrage.
Fahrzeug mit Allradantrieb, Picknicks unterwegs und Übernachtung mit Frühstück inbegriffen.

 

Preis pro Person: 895,- Euro
 

Buchungsnr. PY 31: Das Geheimnis des “Ojo del Mar”

Bitte im Buchungsformular oder bei Anfragen unbedingt angeben!!!